Mittwoch, Dezember 13, 2017

"nein, einfach nein."

Heute morgen in der TC mit Indien gab es viele skurrile Momente, aber einen, der zumindest auf unserer Seite für sehr viel Heiterkeit sorgte (naja, Galgenhumor, aber besser als gar ned glacht, oder?), nämlich gerade als wir über "So, what is the status of the implantation of a fire protection, extinguishing and alarm system?" "Oh, that's fully implemented" sprachen, heult auf der indischen Seite des Telefons eine ohrenbetäubende Sirene los. Mein Kollege und ich grinsten uns an und meinten "Oh, thanks for the demonstration, we hope, this is just a testrun?" Naja, anscheinend war es die Schichtwechselsirene. Ansonsten wird das alles sehr, sehr unangenehm dort, das hat übrigens nur sehr peripher was damit zu tun, dass es in Indien ist, das sich superfremd fühlen kommt nur noch erschwerend dazu. Nun ja. Immerhin bin ich nicht allein auf dem Trip und so aufgeblasen das jetzt klingt: es ist auch ein Leben der Unternehmenswerte, das durchzuziehen, rede ich mir ein, aber trotz allem bin ich da gar nicht so gern in der ersten Reihe derer, die das dann alles vor Ort durchziehen müssen.
Anyway, ich geh morgen mit Impfausweis zum Werksarzt, mal sehen, was der mir noch alles empfiehlt und für ein Medikamentenpäckchen schnürt.


Vor dem Mittagessen kamen dann immerhin noch sehr, sehr gute Nachrichten aus Italien, so dass ich der provokativen Ansage meines ChefChefs "So, Karin, after lunch I really would like to know, what you did wrong in Italy" recht entspannt begegnen konnte (er hats nicht so gemeint. Sagt er. Naja. Eigentlich läufts ja auch ganz gut. Okay-ish).


Nachmittags Italienmeeting, dann nochmal Alignment-Meeting furs Indienprojekt (meine Güte, 3 von meinen 6 Produkten haben so viel Visibility, dass mir ganz schwindelig wird. Tja nun.)


Was ich heute auf dem Klo lustig fand: wie alle Frauen, die zwischen Meetings schnell mal wohin müssen, ihr Laptop, Handy, Schreibzeug und Gedöns recht ordentlich aufgestapelt im Vorraum aufreihen :-) (mein Stapel ist der mit dem gefalteten Wollschal)









Sonst so: ich habe gestern via eine dieser Blogkooperationsagenturen, die meist die Kooperationen ausschreiben die dann im Lauf von von paar Wochen in den meisten Elternblogs durchgekauft warden, eine Anfrage bekommen, ob ich nicht über eine Smarthome-App-irgendwas von einem deutschen Energieunternehmen schreiben möchte. Es gäbe dafür bis zu soundsoviel Euro, dafür müsste ich drei Blogposts schreiben, wie toll ich es finde, wenn es abends schon warm ist, wenn ich heimkomme oder so, und ich sollte doch irgendso ein Widget installieren, das ihnen Zugriff auf meine Besucherzahlen geben würde und dann könnte ich auch schon meine Postingvorschläge als Bewerbung abschicken. Und wenn das nix für mich ware, dann sollte ich doch kurz Feedback geben, dann könnte man das in Zukunft berücksichtigen.
Ich habe (ausnahmsweise) mal darauf geantwortet, nämlich: "1. Ich wohne in der Schweiz, ich habe keinen Bezug zu deutschen Energieunternehmen. 2. Ich schreibe, was und wie ich will, ich werde mich ganz sicher nicht für irgendeine Kampagne bewerben. Zum Geldverdienen habe ich einen richtigen Job. 3. Ich werde auf gar keinen Fall dieses Zähldings installieren, mein Bloginnenleben geht eucht gar nix an."
Die Antwort liess nicht lange auf sich warten, und sorgte für den zweiten grossen Lacher nach dem Alarm: "Ah, ok, wenn das nicht zu deinem Blogkonzept passt, dann vielleicht lieber auf deinem Insta- oder Youtubechannel?"
Ja. Also. Gut. Hehe. Nein. Einfach nein.


Tägliche Selbstbeweihräucherung: ich habe jemanden, der mir mittem im Satz das Wort abschneiden wollte, mit zwei erhobenen Zeigefingern und eine Blick, den auch meine Lehrerinnenschwester approven würde, Einhalt geboten und dann ganz ruhig meine Rede beendet. Und dann habe ich, weil der Hübsche ja heute arbeitsweihnachtsfeiert, like a boss vet der Katze ihre Viertelhappypill verabreicht Sie ist menschlich sehr enttäuscht von mir, aber nu ja.









Dienstag, Dezember 12, 2017

Walkie-Talkie

Heute morgen schon wieder unglaublich vernünftig den etwas späteren Bus, allerdings direkt zu der Aussenstelle, wo sich meine Vormittagstermine abspielen würden, genommen. Und weil Stau und alles schon im Shuttle angefangen zu arbeiten, so hatte ich die einfach ohne VPN (das zieht sich immer über das Bus-W-LAN)-Verbindung zu beantwortenden Emails schon erledigt, als ich im Büro eintraf. Der Hübsche hatte ausserdem angemahnt, dass ich das im Rahmen des Visums-Fotoshoots auch geschossene neue Profilbild furs neue Google-Arbeitsprofil noch nicht eingepflegt hätte, also habe ich das grad mal gemacht. Mit dem Erfolg, dass ALLE Emails und Messengerkontakte ab 08:00h mit "Frau Brüllen, was ist mit Deinem Profilbild passiert? Wohoooooo!", was mich natürlich ein wenig verunsichert hat, aber vermutlich sticht der rote Lippenstift nach dem bisherigen entsättigten Bild ziemlich raus :-).

 











Ansonsten bin ich im Vorweihnachts-Erledirrrrrl-Modus, d.h. ich weiss, was ich auf meiner To-Do-Liste habe und was eben noch vor Weihnachten erledigt werden muss. Das ist noch einiges, aber es wird klappen. Dazu kommen immer wieder die notfallmässigen dringenden Dinge, die niemand vorhersehen konnte, die schaffe ich auch immer noch. Die Dinge, von denen jedoch lange klar war, dass sie fällig sind, andere Leute an sich gerissen haben, und jetzt, gefühlt 3 Minuten vor Ablauf der Deadline, kommen sie an und sagen "Äh, ich dachte, das ware voll einfach, aber ich habe mir mal die Daten angesehen, das ist ja voll kompliziert, ich habe es nicht verstanden, ich habe mal einen Draft geschrieben, kannst Du den bitte korrigieren?" und dann muss ich das alles neu schreiben und den anderen erklären, warum das so ist und warum das so kompliziert ist und warum das, was sie sich ausgedacht haben, leider Quatsch ist und innerlich renne ich schreiend im Kreis zu dem Mantra "Dann behaupte doch nicht, dass Du mir Arbeit abnimmst, wenn ich es selber gemacht hätte, ware es schon seit 3 Wochen FERTIG!".
Allerdings bin ich noch nicht so weit, Leute, die mir total irrwitzige Deadlines setzen, weil sie ihr Zeug nicht gebacken kriegen, und OMG, DAS MUSS ABER FERTIG WERDEN, SONST STÜRZT DER HIMMEL EIN UND DU BIST SCHULD auflaufen zu lassen, und so wird sich vermutlich nichts ändern,

In der Mittagspause bin ich von der Aussenstelle zurück in mein Büro gewandert und habe dabei die letzten Weihnachtseinkäufe und Zeug erledigt. (Der Wunsch "Armbänder, ganz einfach, mit Perlen oder so" ist gar nicht so einfach zu erfüllen und kurze Turnhosen in uni grau, blau oder schwarz und ein einfarbiges türkises T-Shirt für die Turnaufführung von L. gibts zu dieser Jahreszeit auch nicht. Macht nix, da muss er sich was von Q. ausleihen, drunter kommen dann eh die Funkelglitzeranzüge). Für den Fall, dass Sie das nicht wussten: es ist keine sooooooo gute Idee, mit neuen hochhackigen Stiefeln und einer Strumpfhose, die ein Loch am Zeh hat (stört keinen grossen Geist, sind ja Overknees, da sieht das keiner), 5 km über Kopfsteinpflaster durch die Stadt zu laufen. Ein Hoch auf den Kollegen, der Blasenpflaster hat (alter Verwalter. So gross wie mein Daumenglied und .... offen. yay)

Nachmittags dann habe ich das schöne Wort "WebEx-Wetter" gelernt, das sagt man bei uns im Turm, wenn es so sehr schüttet, dass man auf keinen Fall zum Meeting in ein anderes Gebäude möchte und sich lieber einwählt.

Das vollmundig angekündigte Krisentelefonat von einer halben Stunde war dann in drei Minuten erledigt, ("Das Dokument, das du geschickt hast, da steht dein Produkt aber nicht drin, ich brauche eine andere Rationale, das geht so nicht, das hauen uns die Behörden um die Ohren." "Doch, auf der Tabelle auf Seite 17, zweiter Eintrag." "Ach. Ja. Dann. Tschüss.") und so konnte ich einen Bus eher als geplant nehmen. Das war ziemlich praktisch, weil so klappte noch alles Nötige (Wäscheaufhängen, L. für den Eichhörnchentest abfragen, Katze Tablette verabreichen, Kuchen einpacken, Turnschuhe suchen und die Einlagen daraus in flache Stiefel stopfen) vor dem Weihnachtskonzert von Little L. auf dem Schulhof.
Seine Klasse hat seit den Herbstferien Weihnachtslieder geübt und mit zwei anderen Klassen eben heute vorgetragen. Mein innerer Bayer ist ja immer noch auf "Es werd scho glei dumpa" und so gepolt, aber hier in der Schweiz in Expat-Hausen ist das ganze natürlich internationaler. Neben "Stille Nacht" gab es "Jingle Bells", "Petit Papa Noel", "Das isch da Schtern vo Bethlehem" und natürlich den Klassiker "Feliz Navidad" (L. behauptet, das spricht man "Navida" aus und drei Klassen geben ihm recht. Hmpf).


Es war passenderweise knackig kalt und so war es dann auch wieder schön, sich innen in der Schule beim (Expat-Hausen!) sehr international bestückten Buffet wieder aufzuwärmen. Beim Rausgehen haben wir noch schnell die Fundkiste durchstöbert und immerhin eine Trinkflasche von uns gefunden :-).


Selbstbeweihräucherung: Ich bin auf gutem Kurs, mit leerer To-Do-Liste in die Weihnachtsferien zu gehen. Ich habe einerseits die etwas verplanteren Kollegen nicht hängenlassen, andererseits aber deutlich gemacht, dass ich das für keine Meisterleistung ihrerseits halte und in Zunkunft anders möchte. (Und ich habe mich überwunden, den Kollegen nach einem Pflaster zu fragen, obwohl ich mir dann ganz lange Geschichten anhören musste und meinerseits offenlegen musste, wie es denn dazu kommen konnte, anstatt noch einen halben Tag mit dem offenen Fuss rumzulaufen und dann daheim den Zeh grad amputieren zu können)

Montag, Dezember 11, 2017

Back to normal

Heute habe ich was ganz verrücktes gemacht: der Hübsche hat angeregt, dass ich doch mal am Montag nicht schon um 5:50h aufstehen könnte, sondern mit den drei Jungs um 7, um ein bisschen Schlafdefizit nachzuholen. Ich wägte ab: auf der einen Seite die vier Tage Arbeit, die ich wegen Offsiteworkshop und frei verpasst hatte und die meine Inbox schon zum Überquellen brachten, auf der anderen Seite so viel zu wenig Schlaf und zu viel Zeug, dass ich gestern wegen verzögerter Reaktionszeit zweimal auf der Treppe ausgerutscht bin, mir zwischen zwei Backblechen die Unterarmhaut blutig gequetscht habe, mich in den Finger geschnitten habe, mit dem fertig beglitzerten Kuchen für die Arbeit und das Kinderkonzert morgen in der Hand barfuss gegen die geschlossene (GLITZERALARM!) Terrassentür geknallt bin (Kuchen haben überlebt, Zehen... nicht so, aber es war ja kalt) und mir zu guter Letzt bei der abendlichen Beautyroutine beherzt BHA-Peeling-Lotion ins Auge gespritzt habe. Und weil ich bei unserem wöchentlichen "Does anyone have a safety moment to share?" nicht der Alleinunterhalter sein möchte, habe ich mich für eine Stunde länger schlafen entschieden.

Sonst: Glitzerkuchen bei der Arbeit gegessen, mit eine meiner Reisegefährten für Indien die Agenda aufgestellt, meinen Chef den Entsendungsbrief unterschreiben lassen, Fotos ausgeschnitten, schweren Herzens meinen Pass ins Paket gelegt und alles bei der Reisezentrale abgegeben. Ich hoffe, in einer Woche habe ich Visum UND Pass :-).

Letzte Woche habe ich im Überschwang von "getting things done" den Italienern gesagt, sie müssten ihre Extra-Arbeitsanweisungen nicht für mich übersetzen, ich würde das mit Latein und Google Translate schon hinkriegen, die Zeit sparen wir uns. Tja. Ich habe ehrlich gesagt nicht mit ca 20 Seiten HANDSCHRIFTLICHEN Dokumenten gerechnet, so dass es nix mit Copy + Paste war. Der Betriebsleiter hat allerdings eine sehr schöne Handschrift und ich hatte ja wirklich lang Latein (und schon viel mit italienischen Dokumenten, Risikoanalysen, Betriebsvorschriften, Masterbatchrecords zu tun gehabt), das war echt easy! Die Korrekturwünsche habe ich dann trotzdem auf englisch geschickt.

In verschiedenen Projekten hadere ich ein wenig damit, dass meine Counterparts sich sehr, nahezu ausschliesslich auf meine Hilfe und Unterstützung verlassen, anstatt sich selber auf die Suche in den ihnen genauso zur Verfügung stehenden Repositories zu machen. Ich helfe echt gern, aber ich bin halt schon kein Dokumentenlieferservice oder Bibliothekar. Deswegen habe ich meine Antworten immer mit der "Und so findest Du das das nächste Mal selber und viel schneller"-Anleitungen versehen, ahne aber, dass das nicht wirklich zum Erfolg führen wird. Im blödesten Fall werde ich noch zum "Wie finde ich Dokumente"-Anleitungen-Schreiber ernannt... aber noch sträubt sich mein inneres zur Hilfsbereitschaft erzogenes braves Mädchen gegen Ignorieren oder "Schau selber nach, du Fauli" Antworten.

Aber: ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe einen "Request for Feedback" abgelehnt. Nicht nur ignoriert, sondern mit Begründung abgelehnt. Mal sehen.

Aus Versehen (und weil ich gar nicht anders kann, als mich zu beeilen) zwei Bahnen zu früh zum Abholen von Little L. beim verlängerten Turntraining gewesen, die Zeit in der Turnhalle zum Bloggen genutzt.

Drei Turnkinder durch den strömenden Regen im Dunkeln nach Hause begleitet, Skifahrsuppe zu Abend gegessen, endlich wieder auf dem Crosstrainer geschwitzt und mich dann mit Strickzeug und "The Crown" aufs Sofa gesetzt.

Selbstbeweihräucherung: ein ppm meines Schlafdefizits aufgeholt, Zeug erledigt, niemanden angebölkt (Weiss noch nicht, ob das wirklich gut war)

Sonntag, Dezember 10, 2017

Reich beschenkt

Es war ein wenig ruhig hier die letzten Tage, aber es war hier einfach zu viel los, um noch viel zu schreiben (oder auch zu lesen. Ich habe drei, vier Tage praktisch nichts auf Twitter/Instagram gelesen, die Blogs in meinem Feedreader natürlich schon) und man muss e ja ausnutzen, wenn man die Leute mit denen man sich sonst in 140 (jajaja, 280) Zeichen austauscht, auf einmal physisch da sind und man einfach ohne Zeichenbegrenzung babbeln kann.
Und so hatte ich nicht nur gestern ein wunderbares Geburtstagsfest mit Freunden aus den verschiedensten Lebensphasen, da gehören die Kollegen von ganz früher, mittelfrüher und jetzt, die Nachbarn und eben Kaltmamsell und Frau Rabe, die diesmal die Internetfraktion vertraten, gleichermassen dazu ("Und, woher kennt ihr euch?" "Ausm Internet" "Jaaa, das weiss ich, aber woher genau?" Meine RL-Freunde sind auch nicht auf der digitalen Brennsuppn daher geschwommen.), nein, ich hatte das Glück, dass sich Menschen auf echt weite Reisen gemacht haben (die Rückreise durch Schnee und Eis macht mir ein irrational schlechtes Gewissen), um Zeit mir mir und uns zu verbringen.

Dresscode für Internet-Women: blaugrün-ish

Es war so eine Freude, Frau Rabe und das kleine Rabenkind für ein paar Tage bei uns zu Gast zu haben. Ich hoffe sehr, Frau Rabe hat es nicht bereut, die Auszeit zu einer vermutlich denkbar ungünstigen Zeit durchzuziehen, und stattdessen mit mir zusammen Augen auf Marshmallows zu kleben und mit mir zusammen die Backanleitug für die Lebkuchenkaramelltorte zu zerpflücken (Kinders, wenn da steht, man soll den Teig auf 1cm Dicke ausrollen und dann 4 20 cm Tortenböden ausschneiden, wäre es super, wenn der Teig dafür reichen würden :-). Der abgebrochene Löffel und das abgebrochene Messer, immerhin nur Melamin und Plastik, passten dann gut ins Bild).



Wir haben gemeinsam Nägel ab- und wieder neu lackiert, uns für die Party fertig gemacht, Fehl- bzw versehentliche Doppelkäufe an Schminke und Kosmetik getauscht, das kleine Rabenkind hat nicht nur allen Erwachsenen, sondern auch den Kindern die Köpfe verdreht, sei es allein durch ihre winzigen Schuhe ("Mami, die sind nur so gross wie Schlüsselanhänger" Naja, 22.), durch ihre Liebe für Käse ("Lala meah Käse. Min Käse."), durch ihre coole Ghetto-Fistbump-Fähigkeiten, durch ihre Begeisterung für Lego, und dadurch, dass sie einfach mittendrin einschlafen kann (angelehnt an Little L, dem sie beim Nintendospielen zu schaute) und ihre Gesichtsakrobatik. (Die Welt von Zweijährigen ist aus einer Aussensicht purer Zucker, ich erinnere mich, dass das aus Elternsicht ein bisschen anders ist.)
Die Kaltmamsell hat bei mir für ganz viel warm ums Herz gesorgt, erstens, weil sie zugesagt hat und gekommen ist (sie ist damit die erste Person, die ich kenne, die in unserem Dorfbahnhofshotel übernachtet hat, das gibt irre viele Coolnesspunkte bei mir), dass sie mir Wein mit schönem Etikett ("Owl Post" <3) und einen vom Visagist des Vertrauens empfohlenen Lippenstift für Kosmetikjunkies mitgebracht hat, und zu guter Letzt dadurch, dass sie der Frau eines Kollegen mit einem sehr lieben Lächeln gegenüber angemerkt hat, dass die Kinderkrippenkosten ja nicht nur deshalb gezahlt wurden, damit SIE arbeiten gehen kann, sondern gleichermassen auch dafür, dass ER arbeiten kann. Ich war ein bisschen betrunken, aber ich bilde mir ein, da ein paar Zahnräder rattern gehört zu haben und das "Hm. Ja. Das stimmt. Damit WIR arbeiten können." klang erstaunt, aber nicht genervt. Möchte ich glauben (und die Rechnung davor, dass eine Studentenwohnung/-unterstützung für ihr grosses Kind in Zürich immerhin weniger kostet als die Kinderbetreuung seinerzeit, das ist eigentlich eine sehr coole).
Dazu dann noch meine Freunde, die sich trotz adventlicher Besinnlichkeit vorweihnachtlichem Terminirrsinn, kranken Ehepartnern, anstrengenden Familienbesuchen und überhaupt, Zeit für mich/uns nehmen, das ist ein riesengrosses Geschenk!


Danke Euch allen! (Und jetzt muss ich mal wieder schlafen. Ach, ne, stimmt, es ist ja noch nicht Weihnachten....)

Selbstbeweihräucherung: ich bin heute trotz müde und leicht angekatert ruhig geblieben, es ist alles aufgeräumt, alles für morgen gepackt (und gebacken, nach der Party ist vor dem Kollegenkuchen), und die Fotobücher sind bestellt.

Samstag, Dezember 09, 2017

Partypartypartytime

Meine Güte, was ein Tag!
Es war alles sehr aufregend, ich habe morgens um sieben schon zwei Kilo Hähnchenwürfel auf Spiesse gesteckt, zwischendrin dreimal fast die Torte weggeschmissen wegen "boah, das kann so nicht richtig sein", dann aber doch noch zwei Kilo Buttercremecaramelltorte drübergeschmiert, dafür vor lauter Wut über die Hässlichkeit der Stollenmuffins endlich den blöden Tupperspritzbeutel weggeschmissen, Frau Rabe hat unglaubliches Talent beim Lebkuchenmännchenverzieren bewiesen, wir waren beide sehr überrascht über das Rezept für den Waldorfsalat, wo man Weintrauben rösten muss, bis sie braun und schrumplig sind, ich musste für meine Nerven einen Back- und Röstplan erstellen, ich wurde dann unglaublich nervös, weil ich mich falsch an die Einladudungszeit erinnert hatte und dann schnell den Hübschen aus der Dusche scheuchen musste, naja, Ende gut, alles gut, wir haben grossartig gefeiert, wir hatten tolle Gäste und huiuiui, ich bin sehr müde und morgen gibt es dann Bilder und mehr.

Freitag, Dezember 08, 2017

Grosseltern

Gestern wurde bei Twitter gefragt, womit die Grosseltern ihren Lebensunterhalt verdient haben und die Kaltmamsell will es noch genauer wissen bzw hat selber noch genauer überlegt.
Kurz und bündig sieht es bei mir so aus:






In der Langform haben alle vier Grosseltern zunächst im Sudetenland gelebt, sehr nah beieinander. Was sie dort gemacht haben, weiss ich gar nicht so genau, aber dann kam der zweite Weltkrieg und zumindest einer der beiden war Soldat, wurde verwundet und landete in russischer Gefangenschaft. Bei dem anderen ... weiss ich gar nicht so genau. Er hatte dann später einen steifen Ellbogen, aber woher das kam... keine Ahnung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Sudetendeutschen ja vertrieben und die einen Grosseltern landeten in Österreich und später dann in Regensburg, wo mein Grossvater ein Fotogeschäft aufmachte. Meine Oma und auch die drei Söhne halfen im Geschäft, bis ihre Berufsausbildungen sie in ganz andere Richtungen führten, die Liebe zur Fotografie bliebt immer.
(Grade gesehen: von der Familie hat seit Jahrzehnten niemand mehr was damit zu tun, aber das Atelier existiert immer noch unter demselben Namen)
Typischerweise existieren fast keine Fotos, auf denen mein Regensburg-Opa zu sehen ist, dafür umso mehr, die er geschossen hat.


Der erste von vielen Atelierbesuchen


Die anderen beiden sind mit mehr oder weniger nix (ich habe die Geschichte, wie sie unter Lebensgefahr noch mal zurück sind, um die Bettdecken zu holen, sehr oft gehört) in einem Weiler neben Laaber gelandet. Mein Opa (ich finde, er sieht ein bisschen aus wie ein "guad beinanderer" Tony Soprano) hat in der Papiermühle dort gearbeitet, meine Grossmutter hat als Schneiderin in einem grossen Regensburger Bekleidungsgeschäft gearbeitet. Vong der Vereinbarkeit her war das auch spannend: meine Mutter und ihre Schwester waren viel bei der Nachbarin, mein Vater und seine Brüder bei der "Zugehfrau".






Meine "Laaber"-Oma habe ich leider nie richtig kennen gelernt, als ich nämlich ca zwei war, wurde bei ihr early-onset-Alzheimer diagnostiziert und ich kenne sie nur sehr verwirrt.


Mittlerweile sind alle vier schon lange, lange tot und ich finde es sehr schade, dass ich wir uns nicht mehr als Erwachsene kennengelernt haben und über viele, viele Dinge nicht so gesprochen haben, wie ich das heute gerne tun würde.




Tägliche Selbstbeweihräucherung (gestern habe ich vergessen, aber ich war gestern Geburtstagskind, da haben mich alle von aussen beweihräuchert, das passt schon): ich habe heute wie eine Beklopppte gekocht und gebacken und das Buffet morgen wird super!


Donnerstag, Dezember 07, 2017

Ach, doch schon?

Das war der Kommentar meiner Schwiegermutter, der mich heute wirklich zum herzhaft Lachen brachte, als sie mich in unserem Telefonat heute fragte, wie alt ich denn jetzt eigentlich genau werden würde. Es summiert eigentlich sehr gut, wie ich mich fühle: so wohl mit mir selber wie kaum zuvor. Ich finde es krass, dass es 41 Jahre gedauert hat, an diesem Punkt zu kommen, aber ich ..... ruhe nicht in mir selber, das werde ich nie, aber ich habe das Gefühl, dass ich da bin, wo ich hinwill, oder wenigstens auf einem Weg, auf dem ich sein möchte, umgeben von den Leuten, die ich dabei haben möchte.
Danke an alle, die das bewusst oder unbewusst möglich machen und gemacht haben, was auch immer ihr mir mitgegeben oder mich habt lernen lassen, sei es auf die harte oder nicht so harte Tour, es hat mich zu der Person gemacht, die ich jetzt bin, und an den Ort gebracht, wo ich sehr, sehr gücklich bin.
(Und jetzt müssen Sie mich entschuldigen, ich habe mit Frau Rabe schon Sekt getrunken, wir haben eine LANGE To-Do-Liste und in nicht mal 42 Stunden kommen die Gäste.)