Montag, Februar 20, 2017

Down memory lane

Gestern musste ich dreimal an meinen allerersten chef denken. 

Zum ersten mal, als der hübsche und ich die kinder bei der skischule abgegeben hatten und auf den nächsthöheren gipfel hinauffuhren und gemeinsam beschlossen, die schwarzen pisten dort nicht als allererstes runterzufahren. Mein chef hatte damals eine gruppe jungchemiker in seine wohnung im wallis eingeladen und uns zum skifahren im quatre vallees mitgenommen. Er fragte den kenntnisstand vorher ab und schleppte uns dann als allererstes auf den mont gele hinauf. Auf der, wie er es nannte, braunen Piste (weil man da vor angst die hosen voll hat) zeigte sich dann, wie wichtig der kulturelle Background zur Einschätzung von Aussagen ist. Der Chef hatte uns nämlich noch daheim nach unseren Skifähigkeiten gefragt. Die europäischen Kollegen meinten alle so mehr oder wenige "Joah, geht eigentlich, ich habe als Kind angefangen und gehe seitdem jedes Jahr, ich bin jetzt nicht super, aber ich fahr gern und komm den Berg runter. " Der amerikanische Kollege aus Alabama  meinte "I love skiing. I have been living in Wallis for a couple of years and I can do any slope you name." Es war ein interessanter Anblick, wie bleich ein erwachsener Mann werden kann und wie lang der Chef brauchte, um den Kollegen in einem Stück die Piste mehr oder weniger runter zu tragen.

Zum zweiten Mal dann beim Mittagessen und beim Kaffeetrinken, wo ich mir die ganze Zeit dachte: Maaaaaaan, wir haben den teuren Skipass gezahlt, die Kinder sind im Skikurs, wir müssen fahren, fahren, fahren, Pausen braucht kein Mensch. Dann dachte ich dran, wie stressig ich damals meinen Chef fand, der uns "junge Leute" (er war damals 60 oder so) augenrollend zum Mittagessen absetzte und dann eine Runde ohne uns Wussis fahren ging, ein Käsebrot im Sessellift musste reichen. Dann gings wieder, wobei man ja schon nicht ewig in eine leere Kaffeetasse starren muss, die Gegend und die frische Luft erlebt man auch während der Fahrt, nech?

Und zum dritten Mal abends, als alle müden Oberschenkel mit Lavendelöl oder Muskelwohlgel eingerieben wurden. Mein Chef war nämlich vor seiner Zeit als mein Chef (eine recht lange Zeit vorher) der Chef der Voltaren-Wirkstoffproduktion gewesen. Zum Abschied hat er (oder er hat es einfach mitgenommen, da bin ich mir nicht ganz sicher) das Rückstellmuster des letzten Batches Diclofenac, der unter seiner Aufsicht produziert wurde, geschenkt bekommen (ich persönlich glaube, er hat es einfach mitgenommen, diese Rückstellmuster werden nämlich eigentlich gehütet wie Augäpfel, und dienen als Referenz, wenn irgendwelche Behördenanfragen oder Kundenbeschwerden oder so etwas kommen). Dieses Rückstellmuster, eine braune Glasflasche mit ca 250g Wirkstoff drin, hat er unter der Spüle in seiner Ferienwohnung im Skigebiet gelagert. Am ersten Abend, als die Jungmannschaft erschöpft und schweigend im Käsefondue rührte, meinte er "So haltet ihr mir keine Woche durch, das geht nicht. Ihr nehmt jetzt alle Voltaren, ich habe das optimiert: ein Mokkalöffel voll, aufgeschlämmt in einem Schnapsglas voll Wasser und ihr seid morgen wie neu." Und naiv (und erschöpft) wie wir waren,  haben wir brav alle unser Stamperl weisse Brühe runtergetrunken, uns dann beim Rummy abzocken lassen und ja, am nächsten Morgen waren wir alle wieder topfit und nix hat wehgetan. Mit meinem heutigen Wissen schreit mein innerer Compliance und Drug Safety Officer natürlich Zeter und Mordio bei dem Gedanken, weil "unter der Spüle im Ferienhaus" sicher kein kontrollierter Lagerraum mit Temperaturmonitoring ist und weil nach Ablauf der Retest-Periode sicher keine Vollanalyse für eine erneute Freigabe gemacht wurde, ganz abgesehen davon, dass auch mein beschränktes galenisches Wissen dafür ausreicht, dass "ein Mokkalöffel pro Schnapsglas" nicht direkt eine validierte Dosiermethode ist. Geschadet hat es uns nicht und ehrlich gesagt, habe ich nie wieder so einen grossartigen Chef wie diesen gehabt.

Sonntag, Februar 19, 2017

Eigentlich

Alles super, traumwetter, traumschnee, traumgesellschaft beim fahren, einigkeit, dass uns die senkrechten schwarzen pisten zu steil sind (mal sehn, wir sind ja noch ein bisschen hier), kinder haben tolle skilehrerinnen erwischt und sind glücklich in ihren kursen.
Das morton neurom verhält sich beim fahren okay, beim skischuhe ausziehen habe ich eine halbe stunde gejault, aber kein vergleich zu letztem jahr.
Alles so super, dass ich es vielleicht ein bisschen übertrieben habe und als lohn kopfschmerzen aus der hölle mit schüttelfrost und übelkeit bekam. Gsd die von der sorte, die auf ibuprofen sofort ansprechen.

Samstag, Februar 18, 2017

Skurril

Gestern wären wir vermutlich fast in den Mautknast gekommen, der Hübsche hat nämlich nach der Durchfahrt durch den drölfzigtausend Kilometer langen Arlbergtunnel erst ganz, ganz knapp vor der Schranke realisiert, dass das eine echte Mautstation ist. Sein komplizenhaftes "Aber wir müssen ja sicher nix zahlen, wir haben ja ein Pickerl" war sehr niedlich, aber echt oskarreif war die trockene Antwort der Mautfrau: "Ja, das Pickerl ist für die Strasse, jetzt zahlen Sie für den Tunnel".  Ich schwör, vor dem Tunnel stand NIX von zahlungspflichtig, sonst hätte ich nicht erst auf den Rücksitz klettern müssen auf der Suche nach dem Geldbeutel.

Dann, weiter auf der Inntal(?)-Autobahn, leuchteten hoch oben über der Strasse mitten im Nichts auf einmal eine Burg und eine Kirche. Ich meinte im Spass: "Guck mal, da oben schlafen wir dann."
Und dann kam unsere Ausfahrt, dann die Abzweigung, dann wurde die Strasse einspurig, dann kam der Wald, und es ging in Serpentinen nach oben und dann, zack, waren wir bei Burg und Kirche. Little L. dachte "Gell, Mami, ein Kloster, das ist sowas wie eine Kirche. Ist das nicht megaunbequem zum Schlafen?"

War es dann natürlich nicht, wir kamen sogar noch rechtzeitig an, um im Speisesaal was zu essen zu bekommen (Schnitzel und Backhendl, so lecker!), die Jungs waren angemessen beindruckt von dem Habit der Barmherzigen Schwestern, nicht ganz so von dem Schild am Eingang zum Speisesaal.

Geschlafen haben wir alle zusammen unterirdisch schlecht, aber das war ja zu erwarten: zu viert in einem Raum, die Betten unbekannt (Eve versaut einen halt schon für alle anderen Matratzen), alle erkältet und dementsprechend schnarchend, nun ja.
Am Morgen haben wir dann noch einen kleinen Spaziergang gemacht, dann ging es wieder runter ins Tal und der Wechsel von dem verwunschenen Gasthof in der Mitte von Nix zum Skizirkus von Serfaus (wir waren irgendwie noch nie in einem so .... riesigen Skigebiet, oder mit so vielen Leuten (wir haben neben den Nachbarn, mit denen wir eh da sind, noch drei andere Familien von daheim getroffen) war schon eine Hausnummer.
Aber: Es gibt Schnee, wir haben direkt in den sauren Apfel gebissen und für 6 Tage Skipass und Kinderskikurs bezahlt, wir sind die ersten Abfahrten runtergesaust, die Ferienwohnung ist super, wir  haben den Bäcker für die frischen Semmeln morgen zum Frühstück gefunden (überhaupt: ich kann "Semmeln" sagen und kriegen), alles wunderbar hier.

Bilder gibt's leider erst daheim wieder, weil die Uploadgeschwindigkeit so ist, dass .. ach. Sad. True story.

Freitag, Februar 17, 2017

Bei Gott

Wir fahren ja dieses Jahr zum ersten Mal seit Urzeiten wieder anch Österreich zum Skifahren (aus verschiedenen Gründen, die hier nichts zur Sache tun) und zum allerersten Mal mit Freunden von hier. Also, wir werde am gleichen Ort sein und unsere Kinder ims selben Skikurs (vermutlich hoffentlich), aber nicht in der gleichen Wohnung, das wäre ein bisschen arg viel.
Unsere Freunde fahren da regelmässig hin und haben die Anreise optimiert und dankenswerterweise ihr Wissen mit uns geteilt (mein Kollege hat mir gestern noch eine Art kulinarischen Pistenplan gezeichnet, wo wir mit maximalem Fahrspass den besten Kaiserschmarrn mit dem besten Schnitzel und dem besten Kaffeekuchenkombiangebot verbinden können und so durchs Dorf zurücklaufen, dass wir direkt am besten Apresski-Laden vorbeikommen und dann noch im besten Restaurant für den Abend reservieren können. Ich habe den Eindruck, wir sind die letzten Menschen auf Erden, die noch nicht in Serfaus waren).
Und so werden wir uns nicht am Feriensamstag in den Bettenwechselstau stellen, sondern schon am Freitag vorher einen Grossteil der Strecke fahren und kurz vor Serfaus übernachten. Im gleichen Hotel haben wir kein Zimmer mehr bekommen, weil "Wir vermieten nur übers Wochenende"; was zwar nicht stimmt, weil unsere Freunde da auch nur für eine Nacht sind, aber ich streite ja nicht mit jedem am Telefon. Also habe ich bei Booking.com geschaut, was ich da noch so finde und das Angebot war im Sommer dann schon nur noch so mittelumfangreich. Man hätte Gipfelhütten wür 30 Leute mieten können, Appartements direkt an der Piste, aber ein normals Hotelzimmer: eher weniger. Ein einziges Hotel gab es in dem Ort noch, es sah auf der Karte ein bisschen ausserhalb aus, aber was solls: wir müssen da parken, schlafen und frühstücken. Die Bewertungen waren gut, teuer war es nicht, also, zack, gebucht.
Als ich dem Hübschen dann mein Schnäppchen zeigen wollte, rief ich die Homepage auf .... und .... ja. Es sieht so aus, als ob wir in einem Nonnenkloster oder einer einem Nonnenkloster angeschlossenen Herberge übernachten würden. Man kann da auch spirituelle Einkehr machen. Ich schwor dem Hübschen Stein und Bein, dass das bei Booking.com nicht erkennbar gewesen wäre (Ehrlich, die in den Bewertungen mehrfach als "grossartig" gelobte Schwester Barbara hielt ich ehrlich gesagt für einen Nachtisch...), und nun ja, es gibt nun mal keine andere (vernünftige) Herberge da in der Nähe (pun intended).
Die Kinder sind sehr gespannt (sie erwarten so etwas "Name der Rose"-artiges), ich auch, vermutlich ist es aber dann doch recht unspektakulär. Spektakulär wird höchstens die Anreise, die nur über ein Winzlingsdorf möglich ist und es soll ja nochmal ordentlich schneien. Halleluja.

Donnerstag, Februar 16, 2017

Herzschwere

Es ist soweit: gestern abend kam Little Q. und erzählte mir etwas, das ihn sehr, sehr traurig macht. Und zum allerersten Mal, seitdem ich Mutter bin, ist es etwas, das ich nicht wieder gut machen kann, etwas, wobei ich auch nicht helfen kann.
  • Es ist keine Schürfwunde am Knie, die mit Saubermachen, nachtleuchtendem Ritterpflaster, Kuscheln und Trostgummibärchen besser als vorher ist.
  • Es ist kein weggenommenes Sandförmchen oder zerstörte Legoburg oder Vordrängeln an der Rutschbahn, wo ich mit meinem Kind besprechen kann, dass es sowohl ok sein kann, so was zu akzeptieren und abzuhaken, als auch sich zu wehren, und wie man das macht.
  • Es ist kein zerbrochenes Spielzeug, das man entweder reparieren oder ersetzen kann.
  • Es ist kein Streit mit dem Bruder oder einem Freund, bei dem ich entweder als Schiedsrichter oder Mediator helfen kann.
  • Es ist kein Streit mit Kackbratzen auf dem Schulweg oder Schulhof, bei dem ich als Löwenmutter entweder bei den anderen Eltern oder den Lehrern auf den Tisch hauen und Konsequenzen fordern kann, oder aber meinem Kind beibringen, dass es im Unrecht ist und mit ihm eine Lösungsstrategie ausarbeiten kann.
  • Es ist keine Ungerechtigkeit von Kindergarten-, Schul-, Kindergarten-, Trainerseite, die ich durch Intervention und im Notfall Eskalation bereinigen kann.
  • Es ist kein Mobbing oder sonst arschiges Verhalten anderer Kinder, bei dem ich mit meinem Kind Argumentationsstrategien erarbeiten kann und ihm den Rücken stärken kann, und gleichzeitig mit Lehrernkindergärtnern, anderen Eltern Massnahmen fordern kann.

Es ist etwas anderes, etwas, wo ich nichts tun kann, um das zu reparieren. Es ist etwas, was er noch öfter erleben wird, was nie leichter wird, und wo ich nichts tun kann, als da sein und ihm zeigen, dass es okay ist, wenn man traurig ist. Ich kann mit ihm traurig sein (und innerlich ein ganz klein bisschen froh, dass mein eigentlich so grosser Sohn mir erzählt, was ihn traurig macht und in meinen Armen weint, anstatt das in sich reinzufressen.)

Mittwoch, Februar 15, 2017

Angsthase, Popelnase

Vielleicht bin ich gar nicht so cool und entspannt und extrovertiert und lustig, wie ich hier immer tue.
Heute zB ist einer meiner harmloseren Smalltalkversuche total in die Hose gegangen und das kam so:
Auf dem Weg zum Drucker habe ich gesehen, dass anscheinend die erste Welle Pflanzen ausgeliefert worden war. Und anstatt das einfach abzuhaken und mir in meinem Kopf zu überlegen, ob ich vielleicht doch eine haben wollen würde und jetzt doch eine bestellen könnte, jetzt wo ich weiss, wie die Hängetöpfe an den Cubicle-Wänden so aussehen, sagte ich zu der Pflanzenbesitzerin: "Hey, die Pflanzen sind ja da, die sieht ja echt schick aus."
Es folgte ein langer Sermon, dass das ja lang genug gedauert hätte und das sähe hier eh alle so langweilig aus, nur in weiss, und ich solle mir doch auch eine bestellen und hätte ich doch was gesagt, dass ich keine Zeit zum Präbestellbesichtigungstermin gehabt habe, sie hätte mir ja eine mitbestellen können und ob ich den Link noch hätte, und sie könne mir den schicken, aber sie wüsste nicht, ob man die noch anschauen könnte oder halt einfach bestellen, ihre wäre die Pflanze 4, nur für den Fall.
Und während ich schon langsam dachte, dass ich ja noch gar nicht sicher wüsste, ob ich wirklich eine Pflanze wollen würde und jetzt aber sicher eine bestellen müsste und zwar auf alle Fälle Pflanze 4, weil sonst könnte man ja meinen, ich wäre nicht ehrlich gewesen, als ich die Pflanze gelobt hätte, da kam die Pflanzenbesitzerin ganz nah an mich heran, starrte mir ins Gesicht und sagte (in der gleichen, für das gesamte Stockwerk und vermutlich auch eins nach oben und unten perfekt verständlichen Lautstärke): "Du, kleiner Tipp, von Frau zu Frau*, schau mal in den Spiegel und putz Dir die Nase. Am besten gleich hier, ich hab einen da."
Ich winkte dankend ab, wischte mir panisch über die Nase (das klang so dramatisch, als ob ich da einen Popel in Saubohnengrösse hängen hätte oder mir den Lippenstift bis auf den Nasenrücken geschmiert hätte oder aus Versehen ein Legomännchen in die Nase gesteckt hätte), mit keinem grossartigen Effekt und murmelte was wie "Ich wollte eh grad aufs Klo", wehrte zwei "Ne, komm, mach gleich hier" ab und flüchtete.
Im Damenwaschraum starrte ich panisch in meine Nase: nichts. Nasenhärchen, mit etwas Phantasie konnte man vielleicht ein minifuzziklanes Stückchen Popel kurz vor dem Kleinhirn erahnen, aber dafür musste man wirklich schon sehr genau schauen, während man gleichtzeitig mit einer kleinen LED-Lampe in die Nase reinleuchtete und das Nasenloch mit der anderen Hand auseinanderzog (ja, Sie wundern sich vielleicht, aber ich habe für den Notfall immer eine kleine Taschenlampe dabei). Lippenstift war an Ort und Stelle, nicht mal Hautschüppchen oder so was waren zu sehen.
Ich stand also eine Zeitlang vor dem Spiegel, unschlüssig, ob ich wieder rausgehen sollte (ich hatte keine Lust auf die musternden Blicke, noch weniger Lust, einen Umweg um den 3/4-Turm zu machen, um von  der anderen Seite an mein Cubicle heranzuschleichen, unsicher, ob ich vielleicht irgendwas total ekliges oder ätzendes an meiner Nase übersehen hätte, und ging irgendwann in einer Art Übersprungshandlung erst mal aufs Klo.
Ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, ich hab es ganz gern, wenn ich allein in so einem Klo bin (also: nicht nur in der Kabine, sondern auch überhaupt.). Es ist nicht unmöglich für mich, mit anderen Leuten in Hörweite aufs Klo zu gehen, aber lieber habe ich es schon, wenn ich mir keine Gedanken machen muss, ob ich zu laut oder zu leise oder zu lang oder kurz oder zu irgendwas pinkle. Oder noch schlimmer.
Dementsprechend perplex war ich, als sich auf einmal die Tür zur Damentoilette öffnete und jemand "Frau Brüllen?" reinrief. Und dann wurde mir mitgeteilt, dass man mir den Link zu der Pflanzenbestellmöglichkeit jetzt geschickt hätte und "nicht vergessen, Pflanze 4. Und Achtung: User-ID eingeben, nicht Name, sonst gehts nicht."

Und das war der skurrilste Moment des heutigen Tages für mich: schwer nasenverunsichert und gezwungen, aus der Klokabine raus mich für einen Blumenbestelllink zu bedanken.


*Bei "von Frau zu Frau" wird mir immer schon ganz anders. Meist kommen dann ganz schlimme Dinge, die ich gar nicht wissen möchte, wie die dritte Brustwarze am Knie der Sekretärin des Nachbarabteilungschefs seinerzeit oder eine "bis zum Knie rausgefallene Gebärmutter" oder sonst irgendwas unerfreuliches. Meist kommen solche unerwünschten Vertraulichkeiten auch von Vertreterinnen meines Geschlechts, mit denen ich etwa soviel gemeinsam habe wie mit der Schnittmenge aus Kati Karrenbauer und Victoria Beckham.

Dienstag, Februar 14, 2017

Ausgleich

Heute war ein irrer Tag bei der Arbeit:
7:30-8:00h: im Shuttle Mails beantworten
8:00h - 9:00: Meeting für Produkt A, dessen Produktion transferiert werden soll. Abstimmen der Antwort an den Lieferanten mit meinen Teamkolleginnen
9:00h - 11:00h: Groupmeeting mit Chef und Kollegen, wie immer sehr interessant, aber auch irre viel Meinung auf einem Haufen
11:00h - 12:00h: Die aufgelaufenen Mails beantworten, Nachmittagsmeetings vorbereiten.
12:00h - 12:30h: Mittagessen
12:30h - 13:00h: Recherchearbeiten
13:00h - 14:00h: Mein Unterteam für Produkt B trifft sich zur Risikoanalyse
14:00h - 15:00h: Transferteammeeting Produkt A incl Webex mit den Kollegen in Irland
15:00h - 16:30h: Abgleich meiner Risikoanalyse mit der der Quality-Kollegin für Produkt B.
16:30h - 17:00h: Emails beantworten im Shuttle.

Daheim angekommen ist mein Kopf gleichzeitig total voll und total leer und ich fühle mich so müde, dass ich am liebsten ins Bett gehen würde. Allerdings ist vor allem der Kopf müde, nicht so sehr der Rest des Körpers, auch wenn es sich so anfühlt und ich immerhin mit Sack und Pack den ganzen Tag von einem Sitzungszimmer zum nächsten gelaufen bin (nicht im Elfenbeinturm, also habe ich auch nicht den Lift benutzt, eine Distanz von maximal vier Stockwerken laufe ich mittlerweile auf einem Bein ab). Also schwinge ich mich nach dem Austausch mit den Kindern (gefühlt ist die halbe Schule krank. Ich hoffe, unsre halten durch bis in die Skiferien!) auf den Crosstrainer und renne so lange, bis die Beine so müde sind, wie mein Kopf beim Heimkommen. So symmetrisch müde fühlt sich das viel besser und nahezu topfit an, so dass ich heute abend sicher wieder nicht vernünftig früh ins Bett gehen werde. (Skiferien. Bald.)